Kokolores oder Kakophonie

Dass die deutsche Sprache vom Aussterben bedroht ist, können wir regelmäßig den Medien entnehmen. Das Englische nimmt mehr und mehr Einzug in den deutschen Sprachalltag und viele der noch vor 100 Jahren gebräuchlichen Worte haben es nicht in die sprachliche Neuzeit geschafft. Worte wie zum Beispiel „Hagestolz“ für einen bekennenden Junggesellen der die Ehe verabscheut. Ist Hagestolz ausgestorben weil es keine bekennenden Junggesellen mehr gibt oder wird das Wort nicht mehr benötigt weil keiner gerne über dieses Thema spricht? Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „zeihen“, wenngleich hier der Trend durch allgemeine Schuldzuweisungen eher zum „verzeihen“ geht. Dass verzeihen etwas komplizierter in der Umsetzung ist als zeihen steht auf einem anderen Blatt. Eine Kaltmamsell ist für ein kaltes Büffet zuständig. Das lässt sich eventuell noch als sprachlicher Killefitz bezeichnen. Schindluder wird auch noch allerorts betrieben, wirkt in der sprachlichen Verwendung allerdings schon sinister. Letztendlich nivellieren wir dem Ausrotten vieler schöner Worte den Weg und verbumfiedeln dadurch eine wundervolle Sprachkultur.

Wer den folgenden Satz ohne Hilfe erklären kann bekommt einen Preis:

„Die Gelichter in ihren nissigen Gehröcken schmulten durch den Wagenschlag.“

Worterklärungen habe ich im Glossar aufgeführt.

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