Schweinerei

Tiere müssen ja für einiges herhalten. Auch sprachlich wird gerne mal ein Tier in einer Metapher verwendet um einen Sachverhalt besser erklären zu können. Doch häufig hat der Ausspruch mit dem Tier nicht wirklich was zu tun. Nehmen wir zum Beispiel die Familie Swyn aus Lehe im Emsland. Die Swyns waren für die damaligen Verhältnisse, es geht hier um das 15. Jahrhundert, nicht nur wohlhabend sondern auch gebildet, so dass sie bei Fragen und Unsicherheiten oft zu Rate gezogen wurden. Ein weiteres Merkmal, damals nicht alltäglich, war, dass die Swyns lesen und schreiben konnten. Dies hatte neben einigen Vorteilen auch den Nachteil, dass die Swyns häufig herhalten mussten wenn es irgendetwas zum Lesen gab. Und da nicht alle Briefe oder Dokumente in Schönschrift geschrieben waren, hat das mit dem Vorlesen auch nicht immer geklappt. Dann hieß es: „ Dat kann keen Swyn lesen“, genauer gesagt war es so unleserlich, dass auch die Familie Swyn ihre Schwierigkeiten hatte. Diesen Ausspruch verwenden wir in abgeänderter Form noch heute, nur dass Swyn mit Schwein übersetzt wurde. Das aufgrund dieser Übersetzung nun das arme Schwein herhalten muss, weil wir etwas nicht lesen können ist fast schon eine Affenschande. Oder wie Konrad Lorenz sagte:

„Aus dem Gebrauch von Tiernamen in beleidigender Absicht, spricht vor allem die Unkenntnis der Zoologie.“

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