Wir sind Einzelfall

Antonomasie ist ein sprachliches Stilmittel, bei dem an Stelle eines Eigennamens eine bezeichnende Eigenschaft oder Beifügung gesetzt wird. Bevorzugt bedient man sich dieser Methode, um Abwechslung in die Sprache zu bringen. Helmut Kohl wurde zum Einheitskanzler, Goethe zum Dichterfürst, Rom wurde zur „ewigen Stadt“ und mehr als die Hälfte aller Lebenspartner wurden zum Schatz. Wichtig ist nur, dass eine Beziehung zwischen beiden Bezeichnungen besteht, die einen Erkennungswert hat. Nicht wirklich eindeutig ist demnach die Bezeichnung „Wir sind Papst“, da sie teilweise mit einem „Wir sind Weltmeister“ und „Du bist Deutschland“ kollidiert. Eindeutiger ist ein „Ich bin die Currywurst, er ist das Schaschlik“ bei einer Bestellung an der Imbissbude. Auch der Ausruf in einer überfüllten Kneipe „Ich bin der Weißwein“ ist eindeutig, wenn die anderen alle „das Bier“ sind. Dass allerdings einer, der zu häufig „der Schnaps“ ist, Gefahr läuft, nicht mehr zu wissen wer er wirklich ist, kann als Nebenwirkung des Namensersatzes betrachtet werden. Konrad Adenauer, der Altkanzler, hat es diesbezüglich besser nicht formulieren können als er sagte:

„Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“

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