Wir sind auf einem guten Weg


Sprache ist unumstritten wichtig, und zählt sicher zu den maßgeblichen Eigenschaften, die den Menschen an die Spitze der Evolution katapultieren. Somit ist es auch kein Wunder, dass wir sprechen was das Zeug hält, um keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass wir evolutionär ganz oben angekommen sind. Problematisch wird es allerdings ab und an, wenn wir nichts zu sagen haben, aber dennoch mitreden wollen. Um in dieser Notsituation bestehen zu können, bedarf es einer Unterstützung. Ein wahrer Alleskönner in derlei Notsituationen ist die Floskel. In der Antike als Denkspruch oder treffende Zusammenfassung verstanden, entwickelte sich die Floskel zwischenzeitlich zu einer rein formalen Redewendung, die in vielen Fällen die Erwartung einer ernsthaften Antwort oder Aussage zwar zunichte macht, aber als nichts sagende Formulierung ohne Inhalt, oder eben Lückenfüller, genau dann zur Stelle ist, wenn es mal nichts zu sagen gibt. Von Redner und Zuhörer gleichermaßen akzeptiert können wir sogar ganze Gespräche dahinfloskeln.

Da geht es den Menschen wie den Leuten. Es verhärten sich Fronten wo es keine Fronten gibt und sogar Probleme können mittlerweile hausgemacht werden. Jeder hat eine Baustelle oder sucht den gemeinsamen Nenner. Wir fordern eindeutige Positionierung oder einen klaren Kurs. Was wir hierbei allerdings wirklich fordern bleibt im Dunkel verborgen. Selbst wenn vielerorts Alarmglocken schrillen oder die Zeichen auf Sturm stehen, hält es uns dennoch nicht davon ab, unverbindliche Zusagen zum neuen Trend werden zu lassen. Hätten wir da nur mal unsere Hausaufgaben gemacht und Oskar Wilde in seine Schranken verwiesen, als er so radikal äußerte:

„Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten“.

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